Freitag, 13. März 2009

Neulich in Monte Carlo

Termine, von denen man mit mehr Geld heim kommt, als man hin fährt, sind doch die angenehmsten. Volvo hat zur Präsentation des neuen S80 nach Monte Carlo geladen, was für sich ja schon sehr nett ist. 20 Grad, strahlender Sonnenschein und eine schöne Strecke durch die Berge und an der Küste entlang.


Nach dem Dinner in den Räumen der privaten Autosammlung Fürst Alberts aber wurde er Abend erst richtig lukrativ. Na gut, ich bin nicht reich geworden, aber ein Plus von 55 Euro im Casino kann sich doch sehen lassen, oder?

Mittwoch, 11. März 2009

Lecker Essen: Trattoria da Teo

Die Trattoria de Teo ist gewiss alles andere als einladend. In Trastevere, nur einen Sprung vom Tiber entfernt befindet sich in der Via dei Vascellari 29 das kleine Lokal und nur die vielen, offensichtlich einheimischen Gäste, die sich an den mit Papiertischdecken gedeckten Plätzen tummelten, deuten darauf hin, dass die Küche hier deutlich besser sein muss als das Ambiente.


Im fahlen Neonlicht drängen sich die Tische aneinander, ein paar wenige Plätze gibt's vor der Tür auf dem Gehweg. Der Patrone selbst, zuerst etwas mürrisch, dann aber umso charmanter, erklärt in einem Mischmasch aus Italienisch und Englisch die Speisekarte, kommt aber schnell zu der Überzeugung: "Ok, I will think for you!". Damit war die Auswahl der gemischten Antipasti meiner Begleiterinnen beendet.


Ich hingegen wollte, wie es sich in Italien gehört, Pasta als Vorspeise, und dann eine Secondo ordern, wurde aber umgehend belehrt: Erst mal die Rigatoni Carbonara und wenn ich dann noch Hunger habe, gern noch was anderes.


Was soll man sagen: Schon die gemischten Vorspeisen waren ein Traum! Fritierte Artischocken, Hackfleischbällchen, ausgebackener Blumenkohl und Frittata von bester Qualität. Und dann erst die Rigatoni! Nicht zu Vergleichen mit dem, was hierzulande Carbonara heißt. Keine Spur von fader Sahnesoße, nur reichlich Eigelb, Zwiebeln und Speck. Letzterer herrlich kross gebraten und die Soße dank der vielen Eier leuchtend gelb, als wären Unmengen Safran dran. Unbeschreiblich!


Auch wenn mein Hunger danach schon gestillt war, musste ich anschließend doch noch die Muscheln probieren. In einer feinen Weißwein-Knoblauch-Soße, die ebenfalls hierzulande ihresgleichen sucht. Dazu leckeres Brot und reichlich Vino. Denn: Die Flasche Hauswein steht mit gerade mal 6,50 Euro auf der Rechnung, der Liter Mineralwasser mit 1,50 Euro.


Da bleibt auch noch Geld übrig für das hausgemachte Panna Cotta mit Waldbeeren und den erstklassigen Espresso, um dem ganzen den krönenden Abschluss zu bescheren.

Dienstag, 10. März 2009

Neulich in Rom

Es gibt gewiss schrecklicheres, als ein Geschäftstermin in Rom. 21 Grad und Sonnenschein während in München April-Wetter herrscht. Auch das mit dem Dinner in der Innenstadt ist ja ganz gut gemeint. Und man verzeiht ja auch gerne den Shuttle-Transfer vom Hotel in ein ehemaliges, zu einem Restaurant umfunktionierten Theater. Wenn der Weg sich denn lohnt.


Und damit er sich lohnt, sollte zumindest das Essen gut und der Wein trinkbar sein. Letzteres war durchaus gegeben und auch die Vorspeisen waren ok. Sicher kein Glanzlicht der italienischen Küche, aber nicht schlecht. Nur das Saltim Bocca, von dem man ja ausgeht, dass sie das hier können, war so zäh, dass es mit Sicherheit zurückgekommen wäre, hätte man es gegen die Wand geworfen.

Dabei boten sich sogar noch bessere Ziele, als die Wände. Denn noch viel anstrengender als das gummiartige Kalbfleisch war die sechsköpfige Unterhaltungs-Truppe, die auf der aus Theaterzeiten übergebliebenen Bühne versuchte, mit schrecklichem Gesang und künstlichem Klavierspiel die Leute zu unterhalten. Es blieb wohlgemerkt nur beim Versuch. Und das lag nicht nur daran, dass Motorjournalisten ein ausgesprochen schwer zu unterhaltender Menschenschlag sind. Nein, die Damen und Herren konnten weder Singen noch Tanzen und traten dennoch nach jedem Gang auf. Bis um halb eins der rettende Shuttle zurück ins Hotel fuhr...

Freitag, 6. März 2009

Lecker Essen: Café de Paris

Ich wollte euch ja nicht nur von unserem Hotel in Genf vorschwärmen, sondern auch vom Café de Paris. Wer mal am Lac Léman zu tun hat und gerne Steak ist, sollte sich das kleine Restaurant in der Nähe des Bahnhofs nicht entgehen lassen, das es zu weltweitem Ruhm gebracht hat.


Seit 1930 schon werden in dem schlicht eingerichteten Café de Paris Entrecôte und Pommes Frites serviert - und zwar ausschließlich. Hat man sich an einem der kleinen Tischchen mit Papiertischdecke niedergelassen, kommt unverzüglich die Frage, wie man sein Steak denn gebraten möchte. Was eigentlich gar keine Rolle spielt, denn das saftige Fleisch wird ohnehin in Butter schwimmend auf einem Rechaud serviert und kann dort fertig gebrutzelt werden.

Genau diese Butter ist es, die dem Restaurant zu internationaler Bekanntheit verhalf: Die mit bis zu 24 Gewürzen und Kräutern verfeinerte, bekannte "Café de Paris"-Butter verdankt ihren Namen nämlich nicht etwa der französischen Hauptstadt, sondern eben jenem kleinen, rustikalen Café de Paris in Genf, wo das Rezept noch heute wie ein Staatsgeheimnis unter Verschluss gehalten wird.

Allerdings muss man sich unter Umständen auf längere Wartezeiten einstellen, bis man überhaupt erst einen Platz bekommt. Das Café de Paris nimmt nämlich keine Tischreservierungen entgegen und wenn viele Menschen in der Stadt sind, wie etwa während des Auto Salons, ist der Andrang entsprechend groß. Bei einem Glas Champagner und in netter Begleitung lässt sich eine halbe Stunde ja problemlos Überbrücken.

Mittwoch, 4. März 2009

Schöner Wohnen: Rotary Hotel Genf

Wie schon erwähnt, hatten wir mit unserem Ein-Sterne-Hotel in Genf ein wenig Pech. Freundlicherweise quartierte uns Seat für die zweite Nacht bei sich ein, im Rotary Hotel Genf, was die erste Nacht vollends entschädigte.

Das kleine Vier-Sterne-Hotel liegt im Zentrum, unweit vom Genfer
See entfernt und versetzt seine Gäste schon beim Betreten der Lobby in
die Siebziger Jahre zurück. Problemlos kann man sich vorstellen, wie
hier seinerzeit der Geldadel Ein- und Ausging.

Die Zimmer selbst sind klassisch eingerichtet, geräumig und mit äußerst bequemen Betten versehen. Schick: Die Zimmer in der achten Etage erstrecken sich über zwei Stockwerke, verbunden mit einer offenen Treppe. Wobei die obere Etage als Wohnzimmer dient, während unten das geräumige Bett, eine Sitzgruppe, ein Schreibtisch und das Bad Platz finden.

Alles in allem ist das Rotary ein schickes, schnuckeliges
Stadthotel. Nur die Preise sind nicht gerade angenehm: Rund 970 Schweizer Franken pro Nacht kostet der Spaß.


Falsche Wahl

Es gibt viele Hotels, die man besser meiden sollte, zum Beispiel das Stars Genève Airport. Als wir im vergangenen Herbst die Zimmer für den Genfer Auto Salon im März buchen wollten, gab es noch zwei Möglichkeiten: Das Beau Rivage für über 1.000 Euro die Nacht und jenes Ein-Sterne-Hotel an der französischen Grenze, für rund 50 Euro. Was nimmt man? Klar, die günstige Pension - soll ja nur zum Schlafen dienen.


Doch schon kurz nach der Ankunft am Montag Nachmittag war klar, dass es die falsche Wahl war. Das Zimmer war nur marginal größer als das Bett, das wiederum nur aus einer Spanplatte mit aufgelegter Matratze bestand, die dementsprechend hin und her rutschte und das Wort Komfort nur aus dem Duden kannte. Und das Bad bestand aus einer vollverkleideten Plastik-Miniatur-Nasszelle, wie man sie aus Schiffen kennt.

Damit könnte man ja zur Not noch Leben, aber die ganze Flecken auf dem Teppichboden und an der Wand, die fand ich doch nicht so schön. Zumal ich immer noch hoffe, dass es Wasserflecken und kein Schimmel war. Das hoffe ich übrigens auch für die grünen Stellen in der Dusche...

Am Dienstag, dem ersten Pressetag, klagte ich mein Leid der Seat-Pressedame, die dann nur meinte: "Wir wohnen auch nur in einem Vier-Sterne-Hotel", da sie wohl dachte, ich meinte es ironisch. Als ich ihr aber versicherte, dass wir tatsächlich in einer der schlimmsten Absteigen wohnten, bot sie mir und meinem Kollegen doch tatsächlich zwei Zimmer in ihrem schicken Genfer Stadthotel an, die wir natürlich gerne annahmen. Danke!

Montag, 2. März 2009

Von wegen Entspannung

So eine Lufthansa-Lounge am Flughafen ist ja was tolles: Man sitzt auf gemütlichen Ledersesseln, trinkt gekühlte Getränke und nimmt warme Speisen zu sich. Alles in einem freundlichen, hellgelb-dunkelblauen Ambiente.


Dumm nur, wenn die Entspannung vor dem Flug von eingeborenen Münchnern gestört wird, die - mir gegenüber sitzend - sich in breitestem bayrischen Dialekt über ihre Familien, ihre Rennradausflüge auf Mallorca und die alles entscheidende Frage, wo sie in den USA wohl Dollar bekommen können unterhalten. In einer Lautstärke, dass es die ganze Lounge mitbekommt! Das muss doch nicht sein...

 

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